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Werbetexten

E-Mail Verkaufstexte schreiben: die Struktur, die aus Abonnenten Käufer macht

Ein Verkaufstext auf einer Seite hat einen Anlauf. Eine E-Mail-Sequenz hat fünf. Das ändert alles daran, wie Du schreibst.

Die meisten Anleitungen zum Thema Werbetexten meinen Verkaufsseiten. Headline, Nutzenargumente, Kundenstimmen, Preis, Handlungsaufforderung – alles auf einer Seite, ein Anlauf, fertig. Wer danach E-Mail Verkaufstexte schreiben will, überträgt diese Struktur eins zu eins in den Posteingang und wundert sich, warum niemand kauft.

Der Grund ist simpel: Eine Verkaufsseite besucht jemand freiwillig. Eine E-Mail landet ungefragt im Postfach, zwischen Rechnungen und Terminabsagen. Sie hat keine zehn Minuten Aufmerksamkeit, sie hat vielleicht acht Sekunden. Dafür darf sie am nächsten Tag wiederkommen.

Dieser Beitrag zeigt Dir, wie Du diesen Unterschied nutzt: welche Bausteine eine einzelne Verkaufsmail braucht, wie sich fünf Mails zu einer Sequenz fügen, welche zwei Textformeln im Postfach tragen und welche Fehler ich in Kundenprojekten am häufigsten sehe.

Kurz vorweg: Wenn Du beim Begriff Werbetexten noch am Anfang stehst, lies zuerst, was Werbetexten ist und wie es funktioniert. Der vorliegende Beitrag setzt die Grundlagen voraus.

Warum E-Mail Verkaufstexte anders funktionieren als Verkaufsseiten

Drei Unterschiede bestimmen den Aufbau. Wer sie kennt, schreibt automatisch anders.

Der Leser hat sich schon einmal für Dich entschieden

Auf einer Verkaufsseite landen Fremde. In Deinem Verteiler stehen Menschen, die ihre Adresse hinterlassen haben. Du musst nicht bei null anfangen und Vertrauen von Grund auf aufbauen – Du musst es halten. Das heißt: weniger Beweisführung, mehr Anschluss an das, was der Leser bereits von Dir kennt.

Du hast mehrere Anläufe statt einem

Eine Verkaufsseite muss jeden Einwand vorwegnehmen, weil sie keine zweite Chance bekommt. Eine Sequenz kann sich die Einwände aufteilen: Mail drei nimmt sich den Preis vor, Mail vier den Zeitaufwand. Jede Mail bearbeitet genau eine Sache. Das macht die einzelne Mail kürzer und den gesamten Text stärker.

Der Betreff entscheidet vor dem Text

Die beste Verkaufsmail bringt nichts, wenn sie ungeöffnet bleibt. Der Betreff ist damit kein Beiwerk, sondern der erste und wichtigste Satz. Wie Du ihn baust, habe ich ausführlich in den Tipps für gute Newsletter-Betreffzeilen beschrieben.

Die vier Bausteine eines E-Mail Verkaufstextes

Jede einzelne Mail Deiner Sequenz besteht aus denselben vier Teilen. Die Reihenfolge liegt fest, die Länge variiert.

01 BetreffÖffnet oder nicht
02 EinstiegErste zwei Zeilen
03 KernEin Gedanke
04 HandlungEin einziger Link

Der Betreff verspricht etwas Konkretes oder wirft eine Frage auf, deren Antwort im Text steht. Was er nicht tun darf: die Mail zusammenfassen. Wer im Betreff bereits alles sagt, gibt dem Leser keinen Grund zu öffnen.

Der Einstieg sind die ersten beiden Zeilen. In den meisten Programmen erscheinen sie als Vorschautext neben dem Betreff – sie werden also gelesen, bevor jemand klickt. Verschwende sie nicht auf eine Begrüßung. Steig direkt in die Situation ein.

Der Kern behandelt genau einen Gedanken. Eine Beobachtung, eine Geschichte, ein Einwand, ein Ergebnis. Sobald eine Mail zwei Themen anfasst, verliert der Leser den Faden und klickt nicht.

Die Handlung ist ein einziger Link, drei- bis viermal gesetzt und immer mit demselben Wortlaut. Zwei verschiedene Angebote in einer Mail halbieren die Klickrate nicht, sie zerstören sie.

E-Mail Verkaufstexte schreiben: die Sequenz aus fünf Mails

Fünf Mails sind der kleinste sinnvolle Aufbau für ein Angebot, das mehr als eine spontane Kaufentscheidung verlangt. Jede Mail hat eine Aufgabe, und keine Mail übernimmt die Aufgabe einer anderen.

MailAufgabeTextformelTypischer Fehler
01Problem benennen, das der Leser selbst kenntPASZu früh verkaufen
02Zeigen, warum bisherige Lösungen nicht greifenPASWettbewerber schlechtmachen
03Angebot vorstellen, Nutzen konkretisierenAIDAFunktionen statt Ergebnisse
04Den größten Einwand aufgreifenPASEinwand kleinreden
05Entscheidung einfordern, Frist nennenAIDAErfundene Verknappung

Zum letzten Punkt eine Anmerkung, die mir wichtig ist: Eine Frist gehört in Mail fünf, aber nur, wenn sie echt ist. Ein Preis, der wirklich steigt. Ein Kurs, der wirklich startet. Erfundener Zeitdruck funktioniert genau einmal – danach hast Du einen Verteiler, der Dir nicht mehr glaubt, und das kostet mehr, als der eine Verkauf eingebracht hat.

Zwei Textformeln, die im Postfach tragen

Du brauchst keine zwanzig Formeln. Für E-Mail Verkaufstexte reichen zwei, und beide sind älter als das Internet.

PAS: Problem, Agitation, Solution

PAS steht für Problem, Agitation, Solution – also Problem benennen, die Folgen ausmalen, Lösung anbieten. Die Formel passt zu E-Mails, weil sie ohne Aufwärmphase auskommt. Du benennst in Zeile eins eine Situation, die der Leser kennt, und hast ihn damit im Text.

Der mittlere Teil wird am häufigsten falsch gemacht. Agitation heißt nicht, Angst zu schüren. Es heißt, die Folgekosten sichtbar zu machen, die der Leser bisher übersehen hat. Sachlich, mit Zahlen, ohne Drama.

AIDA: Attention, Interest, Desire, Action

AIDA steht für Attention, Interest, Desire, Action – Aufmerksamkeit, Interesse, Verlangen, Handlung. Die Formel eignet sich für die Mails, in denen Du tatsächlich das Angebot vorstellst. Sie führt sauber von der Überschrift zum Klick, sofern Du den Desire-Teil nicht überspringst: Zwischen "Was ist es" und "Kauf jetzt" fehlt sonst der Grund, es zu wollen.

Vorher und nachher

So nicht

Betreff: Unser neuer Kurs ist da!
Hallo Herr Müller, wir freuen uns sehr, Ihnen heute unseren brandneuen Kurs vorstellen zu dürfen. Der Kurs umfasst 12 Module, 40 Videos und ein umfangreiches Arbeitsbuch.

So

Betreff: Der Grund, warum Deine Mails ungelesen bleiben
Du schreibst jede Woche einen Newsletter. Geöffnet wird er von 14 Prozent. Das Problem liegt fast nie am Text – es liegt an den zwei Zeilen davor.

Links steht, was der Absender hat. Rechts steht, was der Leser hat. Nur die rechte Version gibt einen Grund weiterzulesen.

In sechs Schritten zum fertigen Verkaufstext

So gehe ich in Kundenprojekten vor. Die Reihenfolge zählt, besonders die ersten beiden Schritte.

  1. Das Angebot in einem Satz festhaltenWer bekommt welches Ergebnis, bis wann. Solange dieser Satz nicht steht, hilft kein Werbetext.
  2. Die Einwände sammelnSchreib alles auf, was Interessenten Dich tatsächlich gefragt haben. Nicht ausdenken – nachschauen, in E-Mails und Gesprächsnotizen.
  3. Die Einwände auf die Mails verteilenDer größte Einwand kommt in Mail vier. Die kleineren verteilst Du als Nebensätze.
  4. Die Mails schreiben, Betreff zuletztDer Betreff entsteht aus dem stärksten Satz im Text. Umgekehrt wird es gezwungen.
  5. Auf Vorlesbarkeit prüfenLies jede Mail laut. Wo Du stolperst, stolpert der Leser auch. Schachtelsätze fliegen raus.
  6. Als Automatisierung anlegen und messenErst danach weißt Du, welche Mail trägt und welche nur Platz belegt.

Die häufigsten Fehler beim E-Mail Verkaufstexte schreiben

Bewährt

  • Eine Mail, ein Gedanke, ein Link
  • Du-Ansprache und kurze Hauptsätze
  • Konkrete Zahlen aus echten Projekten
  • Derselbe Wortlaut auf Link und Zielseite
  • Fristen nur, wenn sie echt sind

Kostet Klicks

  • Mehrere Angebote in einer Mail
  • Begrüßungsfloskeln in den ersten Zeilen
  • Superlative ohne Beleg
  • Funktionslisten statt Ergebnissen
  • Betreffzeilen, die den Text zusammenfassen

Ein Fehler steht über allen anderen: die Sequenz einmal schreiben und nie wieder ansehen. Welche Mail trägt und welche abbricht, siehst Du erst an den Zahlen. Welche Kennzahlen dafür taugen und welche Du getrost ignorieren kannst, steht in meinem Beitrag zu Klickrate, Öffnungsrate und Erfolgscontrolling.

Ohne Automatisierung bleibt die beste Sequenz liegen

Fünf Mails von Hand zu verschicken, jedes Mal wenn sich jemand einträgt, macht niemand länger als zwei Wochen durch. Genau daran scheitern die meisten Sequenzen – nicht am Text, sondern daran, dass sie nie automatisch laufen.

Du brauchst dafür ein System, das Kontakte verwaltet, den Versand nach Eintragung steuert und Dir zeigt, wer welche Mail geöffnet und geklickt hat. Ich arbeite dafür seit Jahren mit Quentn, einem deutschen Anbieter für E-Mail-Marketing und Marketing-Automatisierung. Ausschlaggebend sind für mich drei Punkte: Der Kampagnen-Editor bildet Abläufe grafisch ab, statt sie in Formularmasken zu verstecken. Die Server stehen in Deutschland, was die Abstimmung mit dem Datenschutz spürbar verkürzt. Und die Oberfläche ist auf Deutsch, was in Teams ohne Marketing-Hintergrund den Unterschied macht.

Wie das System im Detail arbeitet, zeigt Quentn in einem kostenfreien Webinar. Alle meine Beiträge rund um Kontaktverwaltung, Automatisierung und Kampagnen findest Du gesammelt im Bereich Quentn E-Mail Marketing.

Werbehinweis: Der Link zu Quentn ist ein Empfehlungslink. Wenn Du darüber ein Konto anlegst, erhalte ich eine Vergütung. Für Dich ändert sich am Preis nichts.

Und wenn Du das nicht selbst aufsetzen willst: Genau das ist meine Arbeit. Im Erstgespräch schauen wir uns Dein Angebot und Deinen bestehenden Verteiler an und klären, welche Sequenz sich für Dich rechnet. Termin vereinbaren.

Häufige Fragen

Wie lang darf eine Verkaufsmail sein?

So lang wie nötig für einen Gedanken. In der Praxis sind das 150 bis 400 Wörter. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern ob jeder Satz den Leser näher an die Entscheidung bringt.

In welchem Abstand sollen die Mails verschickt werden?

Bei einem Angebot bis etwa 200 Euro haben sich tägliche Mails über fünf Tage bewährt. Bei erklärungsbedürftigen Angeboten sind zwei bis drei Tage Abstand sinnvoller, weil die Entscheidung länger reift.

Brauche ich für jede Zielgruppe eine eigene Sequenz?

Nein. Du brauchst eine Sequenz pro Angebot. Unterschiedliche Zielgruppen bedienst Du über die Beispiele im Text, nicht über eine zweite Sequenz.

Kann ich E-Mail Verkaufstexte von einer KI schreiben lassen?

Für Rohentwürfe und Betreffvarianten ja. Was eine KI nicht liefern kann, sind die echten Einwände Deiner Interessenten und die Zahlen aus Deinen Projekten – und genau das unterscheidet eine Sequenz, die verkauft, von einer, die nach Vorlage klingt.

Was mache ich, wenn niemand klickt?

Erst den Betreff prüfen, dann den Einstieg, dann das Angebot. In dieser Reihenfolge, weil ein Problem weiter vorne alles dahinter unsichtbar macht.

Was Du jetzt tun kannst

Nimm Dir Dein aktuelles Angebot und schreib die Aufgaben der fünf Mails auf einen Zettel. Mehr nicht – noch keinen Text. Wenn eine Aufgabe unklar bleibt, liegt das fast immer daran, dass das Angebot selbst noch unscharf ist. Diesen Zettel bringst Du in ein Erstgespräch mit, dann arbeiten wir daran weiter.

Heribert Maskow, zertifizierter Berater für Quentn und E-Mail Marketing

Nette Grüße
Heribert Maskow
Zertifizierter Quentn-Partner und Berater für E-Mail-Marketing-Automatisierung

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