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Ratgeber

Online Marketing Kennzahlen Formeln

Elf Formeln, mit denen Du ausrechnest, ob sich Deine Kampagne trägt – jede mit einem durchgerechneten Beispiel.

Formeln stammen aus den Naturwissenschaften, und ihr Reiz ist dort derselbe wie im Marketing: Wer dieselben Werte einsetzt, kommt zum selben Ergebnis. Das macht Erfolge reproduzierbar und, wichtiger noch, vergleichbar. Zwei Kampagnen mit völlig unterschiedlichen Budgets lassen sich über eine Kennzahl trotzdem nebeneinanderlegen.

Diese Seite sammelt die Formeln, die ich in meiner Arbeit als Online-Marketer tatsächlich brauche. Sortiert nach dem Weg, den ein Interessent nimmt: erst Klicks, dann Kontakte, dann Käufe, am Ende die Frage, ob unter dem Strich etwas übrig bleibt.

Nicht zu verwechseln: Hier geht es um Formeln zum Rechnen. Formeln, die einen Werbetext bauen – AIDA, PAS, HAPSS, S.A.F.E –, stehen unter Copywriting Formeln.

Alle Formeln im Überblick

KennzahlFormelBeantwortet
KlickrateKlicks ÷ Impressionen × 100Spricht die Anzeige an?
Kosten pro KlickWerbekosten ÷ KlicksWas kostet ein Besucher?
Conversion RateAbschlüsse ÷ Besucher × 100Überzeugt die Seite?
Kosten pro LeadWerbekosten ÷ LeadsWas kostet ein Kontakt?
Kosten pro KaufWerbekosten ÷ KäufeWas kostet ein Kunde?
ÖffnungsrateÖffnungen ÷ zugestellte Mails × 100Trägt der Betreff?
AbmelderateAbmeldungen ÷ zugestellte Mails × 100Passt Takt und Inhalt?
Umsatz je KontaktUmsatz ÷ Kontakte in der ListeWas ist ein Eintrag wert?
ROASUmsatz ÷ WerbekostenWie oft kommt der Euro zurück?
Ø BestellwertUmsatz ÷ BestellungenWie viel gibt ein Käufer aus?
KundenwertØ Bestellwert × Käufe je Jahr × JahreWas darf ein Kunde kosten?

Klicks: kommt überhaupt jemand an?

Klickrate

Die Klickrate, im Englischen Click Through Rate oder kurz CTR, setzt die Klicks ins Verhältnis zu den Einblendungen.

Klickrate = Klicks ÷ Impressionen × 100

1.200 Einblendungen, 18 Klicks: 18 ÷ 1.200 × 100 = 1,5 Prozent

Die Klickrate sagt etwas über die Anzeige aus, nicht über das Angebot. Wenn sie niedrig ist, liegt es am Bild oder an der ersten Zeile – nicht am Preis, denn den hat noch niemand gesehen.

Kosten pro Klick

Kosten pro Klick = Werbekosten ÷ Klicks

45 Euro Budget, 18 Klicks: 45 ÷ 18 = 2,50 Euro je Klick

Kontakte: wer bleibt da?

Conversion Rate

Die Conversion Rate misst, welcher Anteil der Besucher die gewünschte Handlung ausführt. Wichtig ist, dass Du festlegst, welche Handlung gemeint ist – Eintragung, Kauf oder Terminbuchung. Eine Conversion Rate ohne Angabe der Handlung ist wertlos.

Conversion Rate = Abschlüsse ÷ Besucher × 100

18 Besucher, 5 Eintragungen: 5 ÷ 18 × 100 = 27,8 Prozent

Kosten pro Lead

Kosten pro Lead = Werbekosten ÷ Leads

45 Euro, 5 Eintragungen: 45 ÷ 5 = 9 Euro je Kontakt

Diese Zahl ist der wichtigste Vergleichswert zwischen zwei Kanälen. Sie sagt nichts darüber, ob sich der Kanal lohnt – dafür brauchst Du den Kundenwert weiter unten.

Kosten pro Kauf

Kosten pro Kauf = Werbekosten ÷ Käufe

45 Euro, 1 Kauf: 45 Euro je Kunde

E-Mail-Marketing: was macht die Liste?

Öffnungsrate

Öffnungsrate = Öffnungen ÷ zugestellte Mails × 100

400 zugestellt, 96 geöffnet: 96 ÷ 400 × 100 = 24 Prozent

Achte auf den Nenner: zugestellte Mails, nicht versendete. Wer gegen die Versandzahl rechnet, schönt sich das Ergebnis um die Fehlläufer. Was die Zahl aussagt und ab wann Du eingreifen solltest, steht ausführlich unter Klickrate und Öffnungsrate als Kennzahl.

Abmelderate

Abmelderate = Abmeldungen ÷ zugestellte Mails × 100

400 zugestellt, 3 Abmeldungen: 3 ÷ 400 × 100 = 0,75 Prozent

Abmeldungen sind kein Schaden, solange die Rate stabil bleibt. Springt sie nach einer einzelnen Mail nach oben, hast Du eine Antwort auf eine Frage bekommen, die Du nicht gestellt hast.

Umsatz je Kontakt

Die aussagekräftigste Zahl für alle, die mit einem Verteiler arbeiten. Sie beantwortet, was eine einzelne Eintragung wert ist – und damit, wie viel Du für eine Eintragung ausgeben darfst.

Umsatz je Kontakt = Umsatz aus der Liste ÷ Kontakte

400 Kontakte, 640 Euro Umsatz im Monat: 640 ÷ 400 = 1,60 Euro je Kontakt und Monat

Wirtschaftlichkeit: bleibt etwas übrig?

ROAS

ROAS steht für Return on Ad Spend – zu Deutsch der Umsatz je eingesetztem Werbeeuro.

ROAS = Umsatz ÷ Werbekosten

340 Euro Umsatz aus 45 Euro Werbung: 340 ÷ 45 = 7,6

Ein ROAS über 1 bedeutet nicht automatisch Gewinn. Er rechnet gegen den Umsatz, nicht gegen die Marge. Bei einem Produkt mit 30 Prozent Marge brauchst Du einen ROAS über 3,3, um überhaupt die Kosten zu decken.

Provision je Klick

Für Affiliate-Marketing die entscheidende Zahl, weil sie sich direkt mit den Kosten pro Klick vergleichen lässt.

Provision je Klick = Provision gesamt ÷ Klicks auf den Link

18 Klicks, 62 Euro Provision: 62 ÷ 18 = 3,44 Euro je Klick

Liegt dieser Wert über Deinen Kosten pro Klick, trägt sich die Kampagne. Im Beispiel oben: 3,44 Euro Ertrag gegen 2,50 Euro Kosten.

Kundenwert: was darf ein Kunde kosten?

Durchschnittlicher Bestellwert

Ø Bestellwert = Umsatz ÷ Bestellungen

340 Euro aus 4 Bestellungen: 85 Euro

Kundenwert

Der Kundenwert, im Englischen Customer Lifetime Value, schätzt, was ein Kunde über die gesamte Geschäftsbeziehung einbringt.

Kundenwert = Ø Bestellwert × Käufe je Jahr × Jahre

85 Euro × 3 Käufe × 2 Jahre = 510 Euro

Diese Zahl setzt die Obergrenze für alles andere. Wer weiß, dass ein Kunde 510 Euro wert ist, kann bei einer Abschlussquote von 10 Prozent aus der Liste guten Gewissens 40 Euro für einen Kontakt ausgeben – während jemand ohne diese Zahl bei 9 Euro nervös wird.

Eine Kampagne von oben nach unten

Alle Zahlen aus den Beispielen gehören zusammen. So sieht die Kette aus:

Budget45 Euro
Klicks18
Kontakte5
Käufe1
Umsatz85 Euro

Aus 45 Euro werden 85 Euro Umsatz. Der ROAS liegt bei 1,9, der Kontakt kostet 9 Euro. Ob das gut ist, entscheidet die Marge – und die vier weiteren Kontakte, die noch in der Liste stehen und beim nächsten Angebot wieder mitlaufen. Genau das ist der Grund, warum sich E-Mail-Marketing anders rechnet als eine einzelne Anzeige: Der Kontakt ist bezahlt, der zweite Verkauf an ihn kostet nichts mehr.

Drei Fehler beim Rechnen

Bewährt

  • Immer dieselben Zeiträume vergleichen
  • Öffnungsrate gegen zugestellte Mails rechnen
  • ROAS gegen die Marge prüfen, nicht gegen den Umsatz
  • Bei jeder Conversion Rate dazusagen, welche Handlung gemeint ist

Führt in die Irre

  • Prozentwerte aus zweistelligen Fallzahlen
  • Kosten pro Lead ohne Kundenwert bewerten
  • Kennzahlen aus Fremdbranchen als Zielwert übernehmen

Der erste Punkt ist der wichtigste: Bei 18 Klicks bedeutet ein Klick mehr oder weniger schon 5 Prozent Unterschied. Solche Zahlen taugen zur Beobachtung, nicht zur Entscheidung.

Häufige Fragen

Welche Kennzahl ist die wichtigste?

Der Umsatz je Kontakt, sobald Du mit einem Verteiler arbeitest. Er verbindet die Kostenseite mit der Ertragsseite und sagt Dir, wie viel eine Eintragung kosten darf.

Ab wann sind Zahlen belastbar?

Als Faustregel ab etwa 100 Ereignissen je gemessener Stufe. Darunter beobachtest Du Zufall.

Was ist ein guter ROAS?

Das hängt allein an Deiner Marge. Bei 30 Prozent Marge liegt die Grenze bei 3,3, bei einem digitalen Produkt ohne Stückkosten deutlich niedriger. Pauschale Zielwerte aus Blogbeiträgen helfen nicht weiter.

Wie oft soll ich messen?

Bei laufenden Anzeigen wöchentlich, bei E-Mail-Sequenzen nach jeder abgeschlossenen Durchlaufrunde. Tägliches Nachsehen führt zu Entscheidungen auf Basis von Rauschen.

Zahlen erfassen ist die eine Hälfte. Die andere ist, sie automatisch zu bekommen, statt sie monatlich zusammenzusuchen. Wie das aussehen kann, klären wir im Erstgespräch.

Heribert Maskow, zertifizierter Berater für Quentn und E-Mail Marketing

Nette Grüße
Heribert Maskow
Zertifizierter Quentn-Partner und Berater für E-Mail-Marketing-Automatisierung

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